oh! Neapel – Irene Helmes
REISE IN DIE STADT DES SICH-ARRANGIERENS
Genau dorthin verschlägt es Irene Helmes immer wieder. „Neapel ist und bleibt für sie die Stadt der Städte, zum Immerwiedersehen, Weltverstehen, Wachbleiben.“ Wenn das kein Statement ist?
Und trotzdem – oder gerade deswegen – gibt es keine einfache Beziehung mit dieser Dame (gemeint ist die Stadt, nicht Signora Helmes!). Vor drei Jahren war auch ich zum wiederholten Male zu Besuch, wobei dieses Mal alles anders war. Dies lag vor allem daran, dass ich die Ehre hatte, mit Dario Santangelo – einem in Wien lebenden und kochkurspraktizierenden Gastrosophen mit neapolitanischen Wurzeln – und seiner Frau unterwegs zu sein. 
Bei seiner Familie wohnend, tratschend, alltagsphilosophierend und selbstverständlich essend wie Caffè trinkend, ergaben sich schon erste Einblicke in die Seele der Stadt. Bewegt man sich mit einem Einheimischen durch die oftmals (nicht nur ob der Interpretation von Verkehrsregeln) verwirrenden Straßenzüge, Bezirke - oder vielmehr Lebenswelten - so erschließen sich ganz neue Blickwinkel.
Bei der Lektüre dieses Insider-Guides wird schnell klar, dass die Autorin genau diese Herangehensweise wählte, den Leser und vielleicht schon bald Reisenden zum Neugierigsein verführt. 31 dreiseitige Themenhappen mit Infoboxen ergeben eine Mahlzeit, die wohl der einen oder anderen Rückkehr in die Stadt mit Meeres- und Vulkanblick Vorschub leisten werden.
Damit ist es nicht getan, küstennahe Ausflugstipps für yachtlose Menschen sind ebenso mit dabei, wie QR-Codes für den Soundtrack zur Lektüre und kleine Essays zu typisch neapolitanischen Eigenheiten / Traditionen wie Pizza, verführerische Dolci, dem unwiderstehlichen Drang zur nächsten Tasse Cafè und die Vielfalt der Bevölkerung, die seit Jahrhunderten ein prägender Faktor ist.
Es liegt Irene Helmes aber fern, die dunklen Seiten der Stadt unter einen tourismustauglichen Teppich zu kehren, viel kommt zu Sprache, viel wird erklärt, wenig verklärt. Bestes Beispiel dafür die Schnellbahnstrecke nach Sorrento, die Cirumvesuviana – auf der keiner dieser Eindrücke verborgen bleibt.
Dann wäre da noch der Kult um Diego Maradona, das Wesen Pulcinella, der Zauber der Parthenope, Pino Danieles Hymne „Napule è …
Irene Helmes
oh! Neapel
Folio Verlag Wien – Bozen
Erschienen im März 2026
Weblink zum Blättern auf der Verlagsseite
Kaufbar bei:
Im gut sortierten Buchhandel
Weblink zu den Kochkursen von Dario Santangelo
Fotoquelle/-rechte
Martin Martschnig / italissimo
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