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Kaffeegenuss in Italien

Autor: Michael Parzefall am 21.09.2020

Kaffeegenuss in Italien:
EIN EINBLICK IN DIE BERÜHMTESTE KAFFEEKULTUR



Schwarztee in England, Rotwein in Frankreich und Kaffee? Natürlich in Italien! Ob klassischer Espresso, beliebter Cappuccino oder formvollendeter Latte Macchiato: Die italienische Kaffeekultur lässt die Herzen von Kaffeejunkies und -genießern höher schlagen. Doch warum gibt es in Italien eigentlich so viele Kaffeesorten? Und wie kam der Kaffee überhaupt auf die mediterrane Halbinsel? Dieser kleine Streifzug durch die Geschichte und Traditionen des Kaffeetrinkens in Italien gibt Antworten.



Wie die italienische Kaffeeliebe begann...

Die italienische Kaffeetradition begann im 17. Jahrhundert, als Handelsschiffe aus dem Orient im Hafen von Venedig mit den ersten Ladungen Kaffeebohnen anlegten. Zuerst war das aromatische Heißgetränk nur unter Adeligen und Aristokraten verbreitet. Für sie galt Kaffee als ein wertvolles Geschenk, das Freundschaft und Liebe symbolisierte.

Nach und nach hielt das Koffein-Getränk jedoch auch Einzug in allen anderen Bevölkerungsschichten. Immer mehr Kaffeehäuser öffneten ihre Pforten in Venedig - schon bald war das köstliche Getränk nicht mehr aus dem italienischen Alltag wegzudenken. Von der Stadt der Liebe verbreitete sich die Kaffeekultur rasch über ganz Italien. Noch heute gehört Kaffee zum italienischen Lebensgefühl.



Neapel – die Kaffeestadt Italiens

Obwohl die italienische Kaffeeliebe in Venedig begann, identifiziert sich heute wohl Neapel am meisten mit dem koffeinhaltigen Heißgetränk. Hier ist der Caffè fest im Alltag verankert. In der Stadt am Fuße des Vesuv wurden nicht nur viele Lieder zu Ehren des Kaffees komponiert. Hier findet sich auch die Università del Caffè – die erste Kaffeeuniversität, die Forschungen zum Kaffee betreibt.

Der Kaffee scheint perfekt zum Lebensstil der Süditaliener zu passen – und dieses Glück wollen sie mit jedem teilen. Eine ganz besondere Kaffeetradition ist der Caffè Sospeso – der „aufgeschobene Kaffee". Dieser wartet auf alle, die sich sonst keinen leisten können. In der neapolitanischen Kultur ist Kaffee somit für jeden zugänglich.


Das Geheimnis des italienischen Kaffees

Italien ist bekannt für seinen röstfrischen Espresso. Doch welches Geheimnis verbirgt sich eigentlich hinter seinem unverkennbaren Geschmack? Das ist ganz einfach erklärt: Italienischer Kaffee wird aus sehr dunklen Bohnen geröstet. Dieses Röstverfahren bedarf viel Geduld und vor allem einer langjährigen Erfahrung.

Nicht umsonst gibt es in Italien zahlreiche kleine Röstereien, in denen ausgebildete Röstmeister arbeiten. Sie rösten die Kaffeebohnen ausgesprochen langsam, damit ungewollte Säuren und Bitterstoffe verloren gehen. Dieses spezielle Röstverfahren verleiht dem italienischen Kaffee sein charakteristisches Aroma.


Kaffee in Italien - andere Länder, andere Sitten

Die US-amerikanische Kaffeehauskette Starbucks hat es bislang noch nicht geschafft, der italienischen Kaffeekultur Konkurrenz zu machen. Erst vor wenigen Jahren wurde der erste Starbucks in Mailand eröffnet. Der American Way of Life scheint nämlich so gar nicht in das Dolce Vita zu passen: Italiener haben ihre ganz eigenen Kaffeegewohnheiten und die lassen sie sich nur ungern ausreden.

„Prendiamo un caffè!" – „Lass uns einen Kaffee trinken" gilt in Italien fast schon als eine Begrüßung. Das Heißgetränk wird zu jeder Tageszeit getrunken. So darf zum Frühstück der Caffè Latte nicht fehlen. Nach den Hauptmahlzeiten – und sonst auch immer - ist es Zeit für einen Espresso.

Zum Kaffeetrinken geht es für den typischen Italiener allerdings nicht für mehrere Stunden in ein gemütliches Café. Stattdessen wird das Heißgetränk schnell – am besten an der Theke im Stehen – in einer Bar getrunken. Cafés in Italien sind deshalb meistens wenig einladend und nur zum kurzen Verweilen gedacht.



Italienische Kaffeevielfalt – ein Überblick

Kaffee wird in Italien in allen möglichen Variationen getrunken. Vor allem ist es aber der Espresso, der Italien weltberühmt für seine Kaffeekultur gemacht hat. Der Grund, warum Italien ein wahres Schlaraffenland für Kaffeeliebhaber ist, liegt auf der Hand. Das koffeinhaltige Heißgetränk wird zu jeder Tageszeit genossen – deshalb müssen sich die einzelnen Sorten in ihrer Intensität unterscheiden.

Espresso
In Italien findet man viele Kaffeekreationen, die aus anderen Ländern entlehnt wurden. Der Caffè Latte ist beispielsweise nichts anderes als der französische Café au Lait. Der Espresso hingegen ist eine ureigene Kreation Italiens – kein anderes Kaffeegetränk wird mehr mit der italienischen Halbinsel assoziiert. In Italien wird er zu jeder Tageszeit getrunken – es gibt also immer einen perfekten Zeitpunkt.

Cappuccino
Der Cappuccino zählt zu den berühmtesten italienischen Kaffeegetränken. Er wird im perfekten Verhältnis zwischen Espresso und Vollmilch zubereitet. Anders als in anderen europäischen Ländern wird der Cappuccino auf der italienischen Halbinsel nur zum Frühstück getrunken. Wegen seines hohen Milchanteils und Schaums halten ihn Italiener nämlich für viel zu schwer für eine nachmittägliche Kaffeepause.

Latte Macchiato
Der köstliche Latte Macchiato ist nichts anderes als ein Espresso mit besonders viel Milch. Besonders charakteristisch für den Macchiato sind seine drei Schichten. Auf eine dicke Schicht Milch folgt Espresso. Den krönenden Abschluss bildet der Milchschaum.

Traditionell wird der Latte Macchiato in einem sehr hohen Glas serviert, damit sich die einzelnen Zutaten nicht miteinander vermischen. Wie andere Kaffeekreationen mit viel Milch (z. B. Cappuccino und Caffè Latte) passt für Italiener auch der Macchiato nur zur ersten Mahlzeit des Tages.


Prendiamo un caffè!

Italien ist nicht nur für herzhafte Pizza, köstliche Pasta-Rezepte und erfrischendes Eis bekannt. Erst der Kaffee macht das italienische Lebensgefühl komplett. Die Liebe der Italiener zu ihrem weltbekannten Kaffee ist auf der Halbinsel überall spürbar. „Prendiamo un caffè?" ist eine Einladung, das Dolce Vita hautnah zu erleben.

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Mipiace.at Christoph Cecerle

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Christoph Cecerle macht vor keinem fahrbaren Untersatz halt und hält sich dabei ausnahmslos an italienische Fabrikate. Ob im Rennsportsitz eines Abarth, auf dem Sattel einer Moto Guzzi oder Vespa oder verdecklos im Cinquecento, der Mann testet alles, war zwei bis vier Räder hat.

Seine Testberichte sind derart genussvoll, daß ich nicht anders konnte, als ihn auf italissimo.at einzuladen. Wer mehr von ihm lesen will, dem sei sein Blog mipiace.at ans Herz gelegt, wo es auch schon einmal um Mode und Genuss im engeren Sinne gehen kann.

Bustine di bacco

Roland Graf im Blog auf italissimo- Bustine del bacco

Bustine di bacco

„Bustine di Minerva" hieß Umberto Ecos langjährige Kolumne und frech strich Roland Graf die Göttin des Herdes und ersetzte sie für die neue „italissimo"-Kolumne durch den Gott des Rausches. 

Der Autor (im Bild von Ch. Barz vor den besagten Bustine abgelichtet) sagt damit gleich auch etwas über sich: Er ist studierter Philosoph und Philologe (daher die Eco-Hommage!), vor allem aber Reisender in Sachen Getränken. 

Stand zu Beginn vor allem die Berichterstattung über Winzer im Mittelpunkt, erweiterte sich der Schwerpunkt seiner Artikel - in „Mixology", „A la Carte", der ÖGZ sowie dem WIENER - auf die Themen Bier und Bars. 

Nachzulesen, neben dem Italien-Blog Ihres Vertrauens, ist das auch alle zwei Tage aktualisiert unter www.trinkprotokoll.at.