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Vespa Sei Giorni - Fahrbericht

Autor: Christoph Cecerle - Mi piace am 29.08.2017

Ein "Fahrbericht" von Christoph Cecerle 
VESPA SEI GIORNI – GÖNN DIR MEHR SECHS!

Vespa Sei Giorni

Heritage kann man sich nicht kaufen. Die hat man oder eben nicht. Und wenn eine Firma von einem glorreichen Erbe reden kann, dann Vespa, besonders mit der Vespa Sei Giorni.

Varese, 1951
Die Sixdays (Sei Giorni) Mannschaft „Piaggio Squadra Corse" besiegt die Off-RoadKonkurrenz beim wohl prestigeträchtigsten Rennen jener Jahre, den „Sei Giorni Internationale" del Varese.



Gefahren wird auf der Vespa Sport 1951 „Ufficiale Piaggio" mit 125ccm und 7PS, besser bekannt als Vespa Sei Giorni. 9 der 10 startenden Azzurri gewinnen Goldmedaillen und legen 5 Jahre nach der Geburt der Vespa den Grundstein der Vespa als Rennfahrzeug. (1952 fanden die Sixdays dann übrigens in Bad Aussee statt, wie auch 1960)

Perchtoldsdorf, 2017
Vor mir liegt zwar kein Endurowettkampf, dafür pocht das starke Herz der Vespa Sei Giorni unter mir. Und wie es die Regeln vorschreiben, bewege ich diese GTV 6 Tage und 6 Nächte, so wie es Dino Mazzoncini, Alberto Vivaldi oder Pierino Opessi 1951 in Varese getan haben, nämlich sportlich. Die Nummer 6 war übrigens an keinen der Fahrer der Squadra Corse vergeben, sondern ist als Hommage an die sechs Tage gedacht.



Basis der Vespa Sei Giorni ist die Vespa GTV, erkenntlich am Faro Basso, dem Scheinwerfer, der auf dem vorderen Kotflügel montiert ist. Konsequenterweise liegt der Lenker sowie die klassischen runden Amaturen frei, geschützt nur durch ein kurzes Windschild. Der Sattel ist perfekt für Sportfahrer, der Sozius leidet auf der Sportsitzbank, kann aber befördert werden. Die Felgen der Schönheit sind schwarz wie die Nacht in Varese mit roten Applikationen, die die Sei Giorni schon am Seitenständer als Rennfahrzeug erkennen lassen.



Genau jetzt höre ich die Unkenrufe, dass das traumhafte Verde Opaco noch keine Faro Basso macht, dass nicht an der Leistungsspirale gedreht wurde. Amici, die Sei Giorni 1951 wurden mit 7 PS gewonnen und eine Vespa ist so schnell wie ihr Fahrer. Und da kommen wir auch schon zum springenden Punkt: Fährt sich die Vespa Sei Giorni anders als eine GTS?

Meine Antwort lautet: Ja, sie fährt sich anders als eine GTS und dies hängt aus subjektiver Sicht mit dem Lenker zusammen. Ich habe nicht nachgemessen, aber der Lenker erscheint mir etwas breiter zu sein als der der GTS und hat auch wesentlich mehr Gewicht an den Lenkerenden. Zusätzlich empfand ich den Lenker auch näher am Fahrer, was aber auch mit der Sportsitzbank zu tun haben kann. Jedenfalls ergibt sich eine leicht enduromäßige Sitzposition, gerade recht, um 2017 bei den Sixdays zu bestehen.



Der klassische 300er Motor ist wie immer und besonders im Jahrgang 2017 ein Quell ewiger Freude. Elastisch, bullig und drehfreudig. Perfekt abgestimmt auf die Variomatik trübt keine Delle den Vorwärtsdrang dieser Sportvespa, trotz und vielleicht sogar wegen der Euro 4 Umstellung. Zur Parabolica bremse ich, bis das ABS rattert und weiter geht es stabil und transparent, gerade recht für den Großstadtdschungel und die welligen Kurven des Wienerwaldes in den 6 Tagen meiner persönlichen Sei Giorni

Fazit
Kaufen, solange es sowas noch geben darf. Elegant, mit einem Spritzer Sport und 2 Spritzern Hertiage. Die klassischen 50er Jahre kommen nicht mehr wieder, aber die Vespa Sei Giorni bewahrt den Geist der wilden Jahre vielleicht in die Zeit hinein, in der wir keinen Duft von Benzin mehr einatmen dürfen, in der automatisiert gefahren wird und der Spaß sich auf eine Playstation beschränkt!

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Mipiace.at Christoph Cecerle

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Christoph Cecerle macht vor keinem fahrbaren Untersatz halt und hält sich dabei ausnahmslos an italienische Fabrikate. Ob im Rennsportsitz eines Abarth, auf dem Sattel einer Moto Guzzi oder Vespa oder verdecklos im Cinquecento, der Mann testet alles, war zwei bis vier Räder hat.

Seine Testberichte sind derart genussvoll, daß ich nicht anders konnte, als ihn auf italissimo.at einzuladen. Wer mehr von ihm lesen will, dem sei sein Blog mipiace.at ans Herz gelegt, wo es auch schon einmal um Mode und Genuss im engeren Sinne gehen kann.

Salomons Diario

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Wolfgang Salomon ist Wirt, Koch, Autor und Fotograf in Personalunion. Seit über 10 Jahren bringt er in seiner Osteria in 1020 Wien - der Spezerei - gemeinsam mit seinem Bruder Friaul und Venetien auf den Tisch, verwehrt sich den Moden und widmet sich lieber seinen Gästen.

In der Freizeit ist er keineswegs frei von zeitraubenden Ideen, schreibt Bücher, die auf Bestsellerehren verweisen können, man denke nur an "Venedig abseits der Pfade". Mit seiner Kamera bewaffnet wird er regelmäßig zum Kämpfer gegen das Vergessen, streift auf seinen Touren durch die Lagune von Venedig durch Jahrhunderte und bringt damit eigene Welten zu Tage.

Daher freue ich mich ganz besonders, ihn hier hie und da mit seinen "Zwischenmeldungen" begrüßen zu dürfen. Mehr über in als Wirt finden Sie unter Spezerei.at

Bustine di bacco

Roland Graf im Blog auf italissimo- Bustine del bacco

Bustine di bacco

„Bustine di Minerva" hieß Umberto Ecos langjährige Kolumne und frech strich Roland Graf die Göttin des Herdes und ersetzte sie für die neue „italissimo"-Kolumne durch den Gott des Rausches. 

Der Autor (im Bild von Ch. Barz vor den besagten Bustine abgelichtet) sagt damit gleich auch etwas über sich: Er ist studierter Philosoph und Philologe (daher die Eco-Hommage!), vor allem aber Reisender in Sachen Getränken. 

Stand zu Beginn vor allem die Berichterstattung über Winzer im Mittelpunkt, erweiterte sich der Schwerpunkt seiner Artikel - in „Mixology", „A la Carte", der ÖGZ sowie dem WIENER - auf die Themen Bier und Bars. 

Nachzulesen, neben dem Italien-Blog Ihres Vertrauens, ist das auch alle zwei Tage aktualisiert unter www.trinkprotokoll.at.