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italoviel = viel Italien
Italienische Produkte (vom Wein, Olivenöl, Espresso bis zu Sugo und Pasta), Kochbücher, Reiseführer & Literatur, Lokaltipps für die nächste Reise nach Italien - am Format wird noch gebastelt, aber ein Anfang ist gemacht. Der Blog löst die Produktkategorien unter "italia in austria" ab. Ich hoffe, damit der Entflechtung und besseren Lesbarkeit der Seite wieder einen Schritt näher zu kommen. Viel Spaß beim Lesen!

Sieben Panettoni in der Verkostung - die Hefe-Elegie 2014

Autor: Martin Martschnig am 18.11.2014

Verkostung Panettone
PANETTONISCHE GEDANKEN ZUR HEFE-ELEGIE 2014

Panettone Verkostung in Wien - die Verkoster mit der "Ware"

Gestern ging mein schon lang gehegter Wunsch einer Verkostung von ausgesuchten Exemplaren in Wien erhältlicher Panettoni in Erfüllung. Sieben (der Zahl nach magisch, todsündisch) Hefewerke aus fünf Regionen wurden für die Präsentation am vorweihnachtlichen Gabentisch bei kleinen Feinkostläden in Wien ausgewählt und einer ebenso kleinen Schar an verkostwilligen Italophilen zur Bewertung "vorgelegt" (im Bild v.l.n.r. Werner König, Antonio Ventresca, Fabian Holzer, Martin Martschnig, Helmut Hackl, Roland Graf).

Mit Werner König hatten wir einen Italienkenner am Tisch, der schon über 30 Jahre quer durch alle Regionen Italiens auf der Suche nach Produkten von kleinen Produzenten mit großer Qualität ist. Antonio Ventresca wurde als Italiener und profunder Wissender in Sachen italiensicher Feinkost ins Spiel gebracht, während dessen ich mit Fabian Holzer, Roland Graf und Helmut Hackl ein wenig journalistisch-bloggerisches Leben begrüßen durfte.

Die Panettoni stammten aus Genussmanufakturen im Friaul, Veneto, Piemont, Marken und Sizilien, womit ich zwar keine unmittelbare Vergleichbarkeit bezüglich der Zutaten, jedoch einen repräsentativen Querschnitt der hefeteigschen Möglichkeiten südlich des Brenners abzubilden versuchte.

Panettone im VerkostungsbereichVerkostungstechnisch einigte man sich auf ein paar wenige, dem Unterfangen passende aber keinstenfalls zwingende Ernsthaftigkeit aufbürdende Parameter, sowie Anlehnungen an bestehende Punktekategorien. So galt es, 100 Punkte als oberste panettonische Möglichkeit zu verstehen und deren 80 als Abstieg aus der Liga der Feinkostläden der Stadt. Flaumigkeit, Geruch, Teigstruktur, Fruchtqualität, Teigkrustengeschmack, Farbgebung und Eigenansichten zum Thema verstrickten die teilnehmenden Probanden dieser ersten Hefe-Elegie in kurzweilig amüsante Gespräche und veranlassten zu teils skurrilen Blicken und Erstmeldungen, ein paar Beispiele ohne Namensnennung:

Panettone Nr. 3: ohne Worte jedoch erste Begeisterungsstürme beim Anblick
Panettone Nr. 4: "Schmeckt wie ein Mojito!"
Panettone Nr. 5: "No seavas!" oder auch "Man kaut und kaut ..."
Panettone Nr. 6: "Sieht irgendwie traurig aus ... "

Wunderbar auch das panettonische Bewertungsidiom mit technischen bis ausdrucksstarken Varianten wie z.B. gutes Bissverhalten, harmonisch, leicht ins Käsige, pappig, leicht bittere Kruste, leblos, zurückhaltende Hefe, buttrige Nase, ausgeglichen fad, sanfte Zesten. Und so kostete man sich sieben Runden lang durch mehrmals gegangene und langsamst gebackende Germteige um z.B. auch verzweifelt nach dem deutschen Wort für "lievitazione" zu suchen - ohne wirklich fündig zu werden. So unterhaltsam die Konversation im Zwischenrufbereich des Tischlebens, so ernsthaft die Mienen in Zeiten der Bewertung. Der Gedankenaustausch verhalf zu so mancher Erkenntnis der sechsköpfigen Herrenrunde, was nicht immer mit Panettone zu tun hatte. 

Bevor wir zur Siegerehrung kommen noch ein großes Lob an die Gastfreundlichkeit der Hausherrin. So durften wir am Schließtage den großen Tisch bei Buongustaio in 1010 Wien "behefekuchen" und wurden für eine kleine Schlussrunde der besten drei Expemplare mit Moscato und Brachetto im Begleitbereich verwöhnt, worüber man einen weiteren Artikel verfassen könnte ...

Panettone am Gabentisch

Beim Ergebnis gab es eine weitreichende Übereinstimmung mit kleinen, hefefaserigen Ausreisern, die aber nicht der Teigrede wert sind. Es war ein Kopf-an-Kopf oder vielmehr Rosinen-an-Rosinen-Rennen, das der Quacquarini alla Vernaccia aus den Marken für sich entschied. Knappstens gefolgt von einem Vertreter aus dem Piemont, dem Buongustaio Mandorlato Moscato aus Turin. Danach gab es eine kleine, luftige-flaumige Lücke zu den anderen Panettoni, die allesamt locker die Feinkostladenhürde schafften. Preislich sind diese kleinen Hefekunstwerke zwischen € 22,90 und € 31,80 angesiedelt.

Testsieger
Quacquarini alla Vernaccia - Marken
Preis pro kg € 24,90
Kaufbar bei: 
Taste it
Wollzeile 27
1010 Wien

Zweiter Sieger
Buongustaio Mandorlato Moscato - Piemont
Preis pro kg € 31,80
Kaufbar bei:
Buongustaio
Singerstraße 13
1010 Wien

Die weiteren teilnehmenden Panettoni bzw. Produzenten
(Nord-Süd-Sortierung):

Maria Vittoria DOK Dall`Ava - kaufbar bei Piccini in 1060 Wien
Pasticceria Magnolia - kaufbar bei Bubbacco in 1030 Wien
Baladin Panettone alla Birra - kaufbar bei Barolista in 1020 Wien
Buongustaio Mandorlato - kaufbar bei Buongustaio in 1010 Wien
Barbarella Classic - kaufbar bei Barbarella in 1080 Wien 


Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Feinkostläden, die mir ihre weihnachtlich stimmende Süßware für die Verkostung vertrauensvoll zur Verfügung stellten.

Schlagworte:
Panettone, Dolce
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Mipiace.at Christoph Cecerle

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Christoph Cecerle macht vor keinem fahrbaren Untersatz halt und hält sich dabei ausnahmslos an italienische Fabrikate. Ob im Rennsportsitz eines Abarth, auf dem Sattel einer Moto Guzzi oder Vespa oder verdecklos im Cinquecento, der Mann testet alles, war zwei bis vier Räder hat.

Seine Testberichte sind derart genussvoll, daß ich nicht anders konnte, als ihn auf italissimo.at einzuladen. Wer mehr von ihm lesen will, dem sei sein Blog mipiace.at ans Herz gelegt, wo es auch schon einmal um Mode und Genuss im engeren Sinne gehen kann.

Bustine di bacco

Roland Graf im Blog auf italissimo- Bustine del bacco

Bustine di bacco

„Bustine di Minerva" hieß Umberto Ecos langjährige Kolumne und frech strich Roland Graf die Göttin des Herdes und ersetzte sie für die neue „italissimo"-Kolumne durch den Gott des Rausches. 

Der Autor (im Bild von Ch. Barz vor den besagten Bustine abgelichtet) sagt damit gleich auch etwas über sich: Er ist studierter Philosoph und Philologe (daher die Eco-Hommage!), vor allem aber Reisender in Sachen Getränken. 

Stand zu Beginn vor allem die Berichterstattung über Winzer im Mittelpunkt, erweiterte sich der Schwerpunkt seiner Artikel - in „Mixology", „A la Carte", der ÖGZ sowie dem WIENER - auf die Themen Bier und Bars. 

Nachzulesen, neben dem Italien-Blog Ihres Vertrauens, ist das auch alle zwei Tage aktualisiert unter www.trinkprotokoll.at.